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Obwohl nur etwa 2,3 Prozent der indischen Bevölkerung christlichen Glaubens sind (was ca. 24 Millionen Menschen entspricht), ist das heilige Christfest im Land der heiligen Kühe offizieller Feiertag. „Bada din“ – „der große Tag“ – heißt Weihnachten in Indien – und wird auch von vielen Hindus gefeiert. Westliche Weihnachtsbräuche wurden übernommen, aber an die eigene Kultur angepasst, einheimische und ausländische Traditionen miteinander vermengt.

Park Street Kolkata

So werden anstelle von Tannenbäumen etwa Mango- oder Bananenbäume geschmückt, die Fassaden der Häuser mit Blättern geschmückt oder mit Öllampen aus Ton dekoriert. Auch Weihnachtskugeln, Silberfolien und Lichterketten kommen zum Einsatz.

Auch in Kalkutta wird Weihnachten gefeiert, die „Kalkuttans“ – wie sich die Einwohner selber nennen – feiern entweder bei sich zuhause, gehen ins Restaurant oder besuchen das Victoria Memorial oder den Zoo von Kalkutta. Zuhause wird traditionell gegessen, gelacht, gesungen und getanzt.

Der Weihnachtsmann findet seinen Weg auch nach Kalkutta und die Kinder erhalten Geschenke. Dazu gibt es Leckereien jeglicher Art. Man lässt es sich gutgehen. Die Einwohner Kalkuttas gelten ohnehin als ausgesprochene „süße“ Feinschmecker, ist doch West Bengalen über die Ländergrenzen hinaus bekannt für seine feinen Süßspeisen. Geht es um Süßes und Zuckriges, blühen die Bengalen auf. Zu Weihnachten werden ganz besondere Torten, Kuchen, Brownies oder Pflaumenkekse kredenzt und alle Läden sind voll mit den verschiedensten Kuchenvariationen.

Die Briten waren fast 200 Jahre lang in Indien, haben ihre Feiern und Feste durchgeführt und damit auch einen Kulturaustausch der besonderen Art vollzogen. Die lebenslustigen „Kalkuttans“ mögen Feste und es scheint, als bräuchten sie nur einen Anlass, um gut essen und feiern zu können. Die westlichen Einflüsse dabei sind unverkennbar und Weihnachten ist auch in Indien stark kommerziell geprägt.

In Kalkutta werden die Straßen mit Lichtern geschmückt und illuminierte Weihnachtsbäume aufgestellt. Besonders rund um die Park Street, in deren Nähe viele Christen wohnen.


Am 18. Dezember gab es in der Park Street und im benachbarten Allen Park sogar ein großes Weihnachtsfestival, mit Essen, Musik  – es war das erste dieser Art in Kalkutta. Und es stand im Zeichen von Social Media. Minutiös wurden aktuelle Geschehnisse getwittert und auf Facebook gepostet, das Fest wurde live per Youtube gestreamt. Das Gelände war überfüllt mit Menschen, jung und alt, von überall her. Mit Speis, Trank und Musik, die Straßen und Fassaden in Farben gehüllt und leuchtend ausgeschmückt, wurde gefeiert und gejubelt, als gäbe es kein Morgen – wer fragt da schon nach der Religionszugehörigkeit?

Pictures taken around Park Street, Kolkata on 24th of December 2012 by Pallavi Mukherjee:

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