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Bereits neulich habe ich über die Rikscha-Zieher in Kalkutta berichtet (siehe hier). Rikscha-Zieher scheinen sich regelmäßig der Beliebtheit der Medien zu freuen, immer wieder gibt es neue Reportagen und Dokumentationen über sie. Ein Beispiel dafür ist der Film „Über Leben in Kolkata“, in dem ein 91-jährigen Rikscha-Zieher – vermutlichen der älteste seiner Art – in Kalkutta porträtiert wird.

Mit „My barefoot friend – the story of Shallim and his old rickshaw“ widmet sich der südkoreanische Regisseur Seong-Gyou Lee in Spielfilmlänge dem Leben und Leider zweier Kalkuttischer Rikschawallahs, die fast ausschließlich barfuß unterwegs sind. Nach eigenen Angaben ist es die weltweit längste Dokumentation über Rikschazieher. In 93 Minuten und zeigt die Dokumentation aus dem Jahr 2010 den 55-jährigen Moslem Shallim und den jungen Manjoi; beide zog es nach Kalkutta, für beide veränderte sich ihr Leben, als sie damit begonnen, Rikschas zu ziehen.

Die Story
Shallims Hände sind runzlig, seine Füße rissig und angeschwollen. Doch für seine Familie tut er alles. Sein Traum ist es, einmal eine Auto-Rikscha zu kaufen, um mehr Geld verdienen und ein Haus für seine Familie kaufen zu können. Doch die Realität ist hart, denn seine Frau erkrankt und auch sein Sohn steckt sich mit der Schweinegrippe an. Die Behandlungskosten sind fast unbezahlbar für den 55-Jährigen. Diese Umstände sorgen dafür, dass sein schwer verdientes Geld wie Schnee unter der warmen Sonne schmilzt. Shallims Traum scheint zu verblassen…

Manjoi ist zwar erst 20 Jahre alt, doch er fühlt sich bereits wie ein alter Mann: müde, schwach und kraftlos. Er ist gerade in der Stadt angekommen und gehört zu den jüngsten und der Rikschaziehern. Die älteren seiner Zunft behandeln ihn wie einen Sohn, doch er lässt niemanden an sich heran. Denn Manjoj erfuhr Schreckliches als Kind…

Resignation der Rikschazieher
Für den Film freundete sich der 1963 geborene Seon-Gyou Lee mit Salim an und verbrachten viel Zeit mit ihm. Er schlüpfte gewissermaßen in seine Fußstapfen und streifte mit ihm durch die überfüllten Straßen von Kalkutta. Der Film zeigt, wie die Rikscha-Zieher mit den immer wieder im Raume stehenden Berufsverboten umgehen und was sie tun, um fit zu bleiben. Er schildert ihre Träume und ihr „Privatleben“. Dadurch wird ganz nebenbei die ehemalige Prachtstadt Britisch-Indiens, die auch den Titel „Stadt der Paläste“ trägt, anschaulich dargestellt. Kalkutta besitzt trotz – oder gerade – wegen all seiner Probleme eine unwiderstehliche Anziehung auf die beiden Protagonisten des Films.

Regisseur Lee, der früher als Journalist arbeitete, sagt über die Rikschafahrer: „Es ist weder fair zu sagen, die Rikschafahrer seien arm aber glücklich, noch sie seien traurig und arm. Es ist nur so, dass es mich bekümmert, wenn ich die Resignation der Rikschafahrer sehe. Denn was ich dann sehe, ist ein alter Zug, der durch das Schlachtfeld des Lebens fährt.“

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