Schlagwörter

, , , , , ,

Elisa T. Bertuzzo setzt sich seit vielen Jahren mit Indien und Bangladesch auseinander. Mehrere Male bereiste die Bengali-sprechende Sozialwissenschaftlerin der Humboldt Universität Berlin Bangladesch, Westbengalen, Dhaka und dessen „Schwesterstadt“ Kalkutta. Ein Gespräch über die Stadtentwicklung Kalkuttas, tradierte Gesellschaftsstrukturen, Verkehr, Umwelt, unfaire Ressourcenverteilung, das Wegdrängen von Wohnproblemem und die Taktiken des alltäglichen Überlebens.

Dr. Elisa T. Bertuzzo (in Dhaka; Foto: Günter Nest)

Elisa, Du beschäftigst Dich seit langer Zeit wissenschaftlich und journalistisch mit Bangladesch, Bengalen und Kalkutta. Wann warst Du das erste, wann das letzte Mal in Kalkutta?

Ich kam zum ersten Mal 2006 per Zug aus Delhi an, es war September, warm und schwül. Mir fielen die vielen Werbungsschilder in englischer Schrift auf, sie wurden mir damals zum Sinnbild für den Unterschied zwischen Kalkutta und Dhaka, gar, Indien und Bangladesch.

Das letzte Mal war ich im März 2011 aus der anderen Richtung kommend dort: Per Flugzeug aus Bangladesch. Im Unterschied zu 2006 sprach ich jedoch Bengali. Wie damals war mir die Sehnsucht nach Dhaka ein Begleiter. Ich wohnte mit zwei Freunden im Erdgeschoss einer kleinen Villa aus den 60er Jahren in New Alipore. Ich habe sofort die Gegend erkundet, von uns bis Kalighat waren es weniger als 30 Minuten zu Fuß. Kalkutta war in feierlicher Stimmung wegen Holi [Anm.: ein farbenfrohes Fest zu Ehren von Khrishna und Kama. Holi markiert das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings], ich freute mich auf den Puja, den ich erstmalig erleben würde.

Was macht für Dich den Reiz der Stadt aus, was ist das Besondere an ihr?

Ich verweigere bewusst eine solche Antwort. Warum muss eine Stadt besonders sein? Muss man etwas „besonders“ finden, um es zu lieben oder, wie in diesem Fall, sein Interesse dafür zu legitimieren? Heute nehmen Städte wie Kalkutta die Beratung von (sehr teuren) Image-Experten in Anspruch, die das „Besondere“ an ihnen herausarbeiten sollen. Das „Besondere“ wird dann Objekt einer Marktstrategie, welche Investoren locken muss.

Heute nehmen Städte wie Kalkutta die Beratung von (sehr teuren) Image-Experten in Anspruch…

Mit diesem Beispiel geht es mir freilich nicht darum, das äußerst Ordinäre an einer Praxis zu beklagen, die Städte weltweit, von Kalkutta bis London, befolgen – dass sie sich selbst als brand „erfinden“, um sich im Städtewettbewerb zu bewähren. Ob dies kläglich sei, ist Thema für eine andere Diskussion. Woran es mir liegt, ist: wer über Städte schreibt, sollte endlich aufhören, nach dem Besonderen zu suchen. Ich will keine neue „Maximum City“ produzieren. Ich will das Mikroskopische schauen, das ist nämlich nicht ordinär sondern spezifisch und einmalig, ohne besonders sein zu müssen. Es entzieht sich dem Markt, weil es nicht massenreproduktionstauglich ist. Die Städte sollten, was ihre Narrativen anbelangt, zerteilt werden.

Das Mikroskopische ist spezifisch und einmalig, ohne besonders sein zu müssen.

Die Gründe, warum man eine Stadt mag, sind immer höchst individuell, mit Geschichten und Empfindungen verwoben, nie völlig erklärbar und vor allem mit-teilbar. Man sollte also die Frage auf eine abstraktere Ebene erheben: Was mögen wir am Städtischen? Und: Gibt es etwas Spezifisches an südasiatischen Städten, das wir mögen? Man kann, hingegen, wohl von dem Reiz sprechen, den Kalkutta für einen hat.

Der Reiz Kalkuttas, verglichen zu Bombay oder Delhi oder Chennai, deren lokale Sprachen ich nicht beherrsche, besteht für mich in der Möglichkeit, die Stadt durch die Erfahrung ihrer Bewohner kennenlernen zu können. Hier kann ich die „Geheimtipps“ von Menschen aus allen Schichten wahrnehmen – ob Lieblingsrestaurants, Märkte, Shopping Malls oder Kiosks, die den leckeren Yoghurt aus der staatlichen Kooperative verkaufen.

Die „Geheimtipps“ von Menschen aus allen Schichten, […] jene Taktiken des alltäglichen Überlebens interessieren mich am meisten.

Abgesehen davon, dass es mich befriedigt, dank diesem Privatunterricht verschiedenen Situationen „gewachsen“ zu sein: Jene Taktiken des alltäglichen Überlebens interessieren mich am meisten, weil man nur so eine Stadt verstehen und ihre tatsächlichen Bedürfnisse einschätzen kann.

Wenn Du Kalkutta in drei Wörtern beschreiben sollten, welche wären das?

bodhro lokh [Übers.: Gentleman (aus Bengali)], Howrah Bridge, Hugli.

Wie würdest Du die Menschen aus Kalkutta charakterisieren? Sind Sie stolz auf ihre Stadt? Manche sagen, Kalkuttas Einwohnern mangele es an Stadtsinn, stimmst Du dem zu?

Dass es ihnen an Stadtsinn mangele, hatte ich noch nie gehört! Vielleicht könnte man das so sagen: „Stadt“, im (mitteleuropäischen) Sinne der Konvergenz vieler Lebensstile und eines Zusammenhalts verschiedenster Menschen, ist Kalkutta auf jeden Fall. In dieser Hinsicht ist sie zweifellos eine Metropole: Nimm ein Taxi, stell Dich in die Warteschlange oder in die Metro, lausche Menschen beim Telefonieren an ihrem Mobiltelefon, dann wirst Du kaum Bengali hören. Die Sprache der Bengalis, die man anzutreffen denken würde, ist in vielen Stadtteilen und vielen Arbeitsfeldern nicht die Alltagssprache. Sondern Hindi, Bihari, Gujarati oder Bangla, die in Westbengalen als unfein herab gestufte Bengali-Aussprache der Einwanderer aus Bangladesch.

Die gehobeneren Schichten der Bengalis machen ihre äußerst poetische Sprache zum Alleinstellungsmerkmal gegenüber den „non Bengalis“.

Menschen sind schon immer durch Westbengalen gereist und gewandert, bis heute noch ist dieses ein besonders bevölkerungsreiches Bundesland innerhalb Indiens. Dabei zielten viele auf Kalkutta. Zunächst als Hauptstadt des British Raj, dann (nach dem Wechsel des britischen Hauptsitzes nach Delhi) als entwickelte Industriestadt und schließlich (in den knapp 60 Jahren der Unabhängigkeit) als Zentrum des sonst wenig industrialisierten indischen Nordostens, zog sie über Jahrhunderte hinweg Migranten an. Das bringt mit sich eine Multisprachigkeit, die in anderen indischen Großstädten ebenso gängig ist.

Während Bombay-Autoren vom „spirit of Bombay“ schwärmen können, tun es Kalkutta-Autoren nicht.

Eigenartig ist vielleicht, dass die Bengalis ihre, äußerst poetische, Sprache sehr lieben und insbesondere die gehobenere Schicht jene zum Alleinstellungsmerkmal gegenüber den „non Bengalis“ macht. So gelten Menschen, deren Großeltern schon nach Kalkutta eingewandert sind, als Non-Bengali; sie sprechen in der Familie eine andere Sprache und feiern teilweise andere Pujas. Mir ist diese Art Stolz nicht so begegnet in anderen indischen Großstädten.

Ich beginne mich zu fragen, ob (westliche) Werte wie Stadtsinn oder Zivilgesellschaft bei solch überproportionalen Maßstäben irgendeine Aussage haben.

Vielleicht erklärt das die Behauptung, dass es an Stadtsinn mangele. Während Bombay-Autoren von dem „spirit of Bombay“ schwärmen können, tun es Kalkutta-Autoren nicht. Womöglich ist das aber ehrlicher angesichts einer „Megaurbanität“, über die ich mir selbst die Frage zu stellen beginne, ob (westliche) Werte wie Stadtsinn oder Zivilgesellschaft bei solch überproportionalen Maßstäben irgendeine Aussage haben.

Was unterscheidet Kolkata von anderen indischen Großstädten?

Verglichen zu Bombay oder Chennai, die ebenfalls auf britische Stadtgründungen zurückgehen: Die geografische Lage, entfernt vom Meer. Ich habe erst nach dem Besuch Chennais die Rolle realisiert, die das Meer spielt. Es verwahrt den Städten eine konfrontative Öffnung, die Möglichkeit eines „Anderen“. Kalkutta vermisst dieses Andere, sie kann – vor allem zu Monsunzeiten – in Einsamkeit versinken.

Kalkutta kann – vor allem zu Monsunzeiten – in Einsamkeit versinken.

Verglichen zu allen anderen Städten: Ihr Klima! Bengalen kennt fünf Jahreszeiten: Neben der Herbst-, Winter-, Frühlings- und Sommer- die Monsunzeit. Man darf das Klima gar nicht unterschätzen in diesen subtropischen Ländern. Ob man Kalkutta im Winter oder während des Monsuns besucht, hat nicht nur Folgen für die eigene Bewegungsfreiheit, sondern – durch die Luftfeuchtigkeit bedingt – für die gesamte Wahrnehmung der Stadt.

Ein Großteil des indischen Lebens spielt sich auf den Straßen, im öffentlichen Raum ab. Auch in Kalkutta. Warum vernachlässigen die Menschen diesen derart – oder täuscht das nur?

Wer hält sich auf der Straße auf, was ist „öffentlicher Raum“, was bedeutet „vernachlässigen“? Schon die Umformulierung verrät das Unbehagen des westlichen Beobachters – der das Wort „beschmutzen“ als nicht politically correct meidet, jedoch genaue Vorstellungen von „Öffentlichkeit“ und „Sauberkeit“ hat – angesichts des vermüllten Straßenraums in Indien!

Das Thema kann einerseits kulturanthropologisch, anhand der Bedeutung von Innen und Außen im indischen bzw. hinduistischen Denken, betrachtet werden. Vereinfacht gesagt, das Außen wird mit dem Bösen oder potentiell Bösen gleichgesetzt. Dies erklärt zum Teil, dass der Außenraum, eher denn als öffentlicher Raum, als Raum des flüchtigen „Dienst-Transits“ verstanden wird, in dem sich nur bestimmte Gruppen von Menschen (und, traditionell, auf keinem Fall Frauen!) aufhalten sollen/müssen. Mir z.B. werden normalerweise Unverständnis bis Sorge entgegnet, wenn ich erkläre, dass ich mich lange auf der Straße unterhalten habe. Draußen, auf der Straße – da könnte ich von bösartigen Mücken gestochen werden, oder mit unguten Menschen zu tun haben.

Der Schmutz berührt unsere Sinne und strahlt eine körperliche Drohung aus, während Armut in Indien und in Kalkutta sowieso „erwartet“ wird.

Man kann also sagen, dass zwar diese traditionellen Vorstellungen eine Gesellschaftsstruktur widerspiegeln, die – mit Industrialisierung, Globalisierung (der Lebensstile, der Architektur, der Planung…) und Modernisierung bzw. der zunehmenden Aufnahme von Arbeit außerhalb des Hauses durch die Frauen – überholt wird oder zumindest nicht mehr hegemonisch ist; aber sich ein neues Verständnis vom Lebensumfeld bis heute noch vermissen lässt. Während sich zum Beispiel sehr viele Initiativen für den Schutz von Flora und Fauna engagieren, scheint eine Aufmerksamkeit für das direkte Umfeld ein anderes Paar Schuhe zu sein.

Das könnte eine Erklärung für das „ungepflegte“ Erscheinungsbild indischer Städte liefern; wenn wir andererseits mit nicht kulturanthropologisch informiertem aber emphatischem Blick schauen, stellt sich das Bild anders. Kann es sein, dass wir uns mehr am Schmutz als an der Armut, genauer gesagt, an den unwürdigen Lebensverhältnissen von Menschen weltweit stören? In der Sorge um den „schmutzigen öffentlichen Raum“ äußern sich nicht nur tief sitzende Vorurteile, sondern vor allem körperliche und kulturelle Überforderung anlässlich der Begegnung mit dem „Anderen“: Der Schmutz berührt unsere Sinne und strahlt eine körperliche Drohung aus, während Armut in Indien und in Kalkutta sowieso „erwartet“ wird.

Indiens Städte, auch Kolkata, haben ein Problem mit einer unfairen Verteilung der Ressourcen.

Die Akzeptanz des status quo, die in einer solchen Haltung steckt, ist – selbst wenn ungewollt – nur zynisch. Vor einem solchen Hintergrund ist die Frage dezidiert emphatisch-materialistisch zu antworten. Indiens Städte, auch Kolkata, haben nicht ein Problem mit dem Schmutz auf ihren Straßen, und auch nicht mit Bürgern, die diese „vernachlässigen“. Sondern mit einer unfairen Verteilung der Ressourcen.

Wir würden Sie die Infrastruktur der Stadt beschreiben und inwiefern spielt diese eine Rolle bei der Entstehung von sozialen Missständen, Slums und unhygienischen Verhältnissen?

Die Urbanisierung fordert nicht nur viel mehr Müll zutage, für den adäquate Entsorgungssysteme fehlen, oder unter dem Druck der Urbanisierung bald verschwinden könnten. Ich denke gerade an das natürliche Filterungs- und Recyclingsystem, das an den East Kolkata Wetlands jahrzehntelang praktiziert wurde und bis heute noch etwa ein Drittel des städtischen Mülls in Nahrung für Ziehfische und Düngung für die Reisfelder verwandelt. Anstatt weiter ausgebaut zu werden, droht dieses System mit der zunehmenden Bebauung der Wetlands zu verschwinden.

Kalkutta hat ein vielseitigeres Netzwerk öffentlicher Verkehrsmittel, als andere Städte […], aber der steigende Privatverkehr bei unterentwickeltem Straßensystem könnte ein großes Verkehrsproblem werden.

Es müssen sich viel mehr Menschen in der Stadt bewegen. Kalkutta hat ein vielseitigeres Netzwerk öffentlicher Verkehrsmittel, als andere Städte, aber auch dieses ist an bestimmten Tageszeiten, vor allem in bestimmten Teilen der Stadt, schlicht überfordert. Die Metro, die ein bezahlbares Angebot liefert, ist in der rush hour vollkommen überlaufen; hoffentlich wird die aktuell mit JNNURM-Geldern [Anm.: ein Stadt-Modernisierungsprogramm von der indischen Regierung] gebaute Ost-West Linie das Problem erleichtern. Wenn wir beim Verkehrsproblem bleiben, stelle ich mir weiterhin die Frage nach dem steigenden Privatverkehr bei unentwickeltem Straßensystem.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Probleme der Stadt? Was müsste sich ändern, damit diese Probleme überwunden werden?

Das politische Wegdrängen des Problems des Wohnens für die ärmeren Gruppen der Gesellschaft charakterisiert nicht nur Kalkutta, sondern alle Großstädte Indiens und stellt in meinen Augen die größte Herausforderung dar. Leider scheint mir, dass kaum Schritte in der Richtung gemacht werden. Armensiedlungen werden z. B. aufgrund ihrer illegalen Entstehung, oft entlang ökologisch degradierter Gebiete, geräumt, jedoch ohne entsprechende Ersatzwohnorte und Hilfestellungen an die Bewohner, die weiterhin wohnungslos bleiben oder unter ungesicherten und unwürdigen Wohnverhältnissen leben sollen.

Das politische Wegdrängen des Problems des Wohnens für ärmere Gesellschaftsgruppen charakterisiert nicht nur Kalkutta, sondern alle Großstädte Indiens und stellt in meinen Augen die größte Herausforderung dar.

Spezifisch in Kalkutta sähe ich u.a. Interventionsbedarf am Hafenareal, in dem Grünflächen und Wohnanlagen für Schichten, die im Stadtzentrum arbeiten und dort gebraucht sind, Platz finden könnten anstatt vertrieben zu werden. Ich denke gerade an dieses zentrale Areal, weil eine solche Entwicklung für ein so prominentes Gebiet ein höchst symbolisches Zeichen wäre, dass der politische Wille eine Wende vollzogen hat. Das halte ich allerdings für nicht sehr realistisch.

Kalkutta hat einen schlechten Ruf in der Welt, galt lange Zeit als eine der Ärmsten Städte Indiens. Stimmt dieser Ruf heute immer noch?

Mit solchen pauschalen Begriffen kann ich wenig anfangen. Zunächst sollte man sich darüber verständigen, was mit Armut gemeint ist. Die Stadt war, bedingt durch ihre Geschichte, für Einwanderung von Armen prädestiniert und die Reaktion bzw. Lösungsansätze kamen leider sehr spät. Heute sind manche der heftigsten Probleme, zum Beispiel Hygiene und Krankheiten, unter Kontrolle; Schreckbilder, wie sie Günter Grass beschrieb, sind inzwischen sogar schwer zu erahnen.

Heute sind manche der heftigsten Probleme, zum Beispiel Hygiene und Krankheiten, unter Kontrolle.

In der Tat ist Westbengalen nicht eins der Bundesländer, die am meisten vom wirtschaftlichen Schwung Indiens mitgekriegt haben; in der landesweiten Statistik registriert es keine besonders erfreuliche Entwicklung.

Schreckbilder, wie sie Günter Grass beschrieb, sind inzwischen sogar schwer zu erahnen.

Die Mittelschicht ist trotzdem zuversichtlich, dass der Fortschritt langsam auch hier und vor allem in der Hauptstadt sichtbare positive Folgen haben wird; dies ist fast glaubwürdig in bestimmten Teilen der Innenstadt, in den Shopping Malls und in Teilen von Salt Lake City, wo die IT-Firmen ihren Sitz haben. Armut jedoch bleibt, wenngleich weniger sichtbar, weggedrängt von zentralen Orten – wie in allen anderen Städten Indiens, allerdings.

Befindet sich Kolkata Deiner Meinung nach im wirtschaftlichen Aufschwung?

Was bedeutet „wirtschaftlichen Aufschwung“? Historisch gesehen, können wir heute gar nicht mehr wissen, was Aufschwung ist, wofür er gut ist, wie nachhaltig er ist. Sicherlich brach nach den Wahlen im Frühling 2011 Hoffnung auf, man versprach sich von der neuen Regierung eine bessere Wirtschaftspolitik; ihre Ablehnung, neulich, einer geplanten Vereinfachung internationaler Investitionen in Indien hat diese Hoffnung bei Firmenbesitzern und neoliberal Denkenden jedoch womöglich etwas angetastet.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dr. Elisa T. Bertuzzo, Jg. 1980, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt sind die Themen Stadt und Raum. Sie studierte vergleichende Literatur, Kommunikationswissenschaft und Soziologie in Augsburg, Berlin und Paris. In ihrer Doktorarbeit „Fragmented Dhaka“ beschäftigte sich die gebürtige Italienerin mit der Konstruktion von Alltagsphänomenen und Alltagsräumen in der Hauptstadt Bangladeschs, skizzierte die Stadtentwicklung aus ethnografischer Sicht und analysierte die Entstehung des Raums als physischen, mentalen und sozialen Prozess anhand Henri Lefebvres Theorie der Produktion des Raums.

Bertuzzo, die Bengali versteht, hat im Laufe der letzten sechs Jahre nicht nur dank ihrer Dissertation, sondern auch im Zusammenhang mit mehreren Projekten – u.a. mit dem Habitat Forum Berlin – Gelegenheit gehabt, sich mit der Mentalität, Kultur und Geographie von Bangladesch und West-Bengalen auseinanderzusetzen. Sie hat das urbane Indien und Kalkutta diverse Male bereist. Website: habitat-forum-berlin.de

Advertisements