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Warum denken Westler quadratisch und Inder kreisförmig? Können musikalische Mikrotöne auch den Straßenverkehr infizieren und wenn ja, wieso wird die Kakophonie des kolkatanischen Alltags trotzdem als harmonisch empfunden? Und: Was unterscheidet einen Guru von einem Plagegeist?

Ausschnitt aus „Shrutis in der Stadt der Freude“

Shruti kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „das Gehörte“. Shrutis sind im Hinduismus Offenbarungsschriften, die verbindliche Weisheiten enthalten. Sie heißen „gehörte“ Texte, da sie traditionell mündlich überliefert wurden. Shrutis werden aber auch die 22 Mikrointervalle einer Oktave in der Indischen Musik genannt. Musikalische Mikroorganismen zwischen den Tönen.

Im Hörtagebuch Shrutis in der Stadt der Freude spürt Aleksander Roman Warzecha jenen musikalischen Mikroorganismen, den Mikroklängen in Kalkutta, nach. Das Schicksal des Reisenden trieb ihn in die Stadt – und zur Klassichen Indischen Musik. Er fand seinen Guru und lernte das Spielen der Sitar. Je mehr er die Natur und Harmonie der Musik verstand, desto klarer wurden ihm auch die sozio-kulturellen Strukturen seiner Umgebung.

„Shrutis in der Stadt der Freude – Eine klangvolle Reise durch die Mikrotöne Kolkatas“ ist ein amüsantes, rasantes, aber auch nachdenklich machendes Hörtagebuch über Gurus, Indische Musik und das Leben und den Alltag in der „City of Joy“ mit all ihren Überraschungen und Herausforderungen.

Mit dem Rucksack durch die Welt

Als der Wuppertaler Hörspielmacher Aleksander Roman Warzecha sich 2007 dazu entschied, seine Lebensumstände zu ändern, verkaufte er kurzerhand sein Hab und Gut, packte seinen Rucksack und begab sich auf eine Reise rund um den Globus. Von Berlin aus ging es nach Warschau und Moskau, anschließend mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk und an den Baikal-See. Weitere Stationen waren die Mongolei und Peking.

Anschließend folgte Indien. Warzecha wollte Yoga in Bihar studieren, entschied sich auf Abraten jedoch dagegen und flog nach Kolkata. Nach zwei Wochen auf der Touristenmeile rund um die Sudderstreet hatte er genug und wollte weg. Doch eine indische Bekannte bat ihn, doch noch mindestens einen Monat lang zu bleiben. Warzecha willigte ein, zog bei ihrer Familie ein und besorge sich eine Sitar. Sein Plan: einen Crashkurs im Sitarspiel zu belegen und mit dem Instrument nach Deutschland zurückkehren. Aber es kam dann alles anders als geplant….

Das 63-minütige Hörtagebuch ist ein Konzentrat eines 19-monatigen Kalkutta-Aufenthaltes, dass plastisch und eidetisch das Leben in der indischen Metropole auf akustische Weise darstellt. Authentisches Kopfkino, das Spaß macht. Episodenhaft werden dabei verschiedene Stationen und Momente erzählt: Das Eintreffen in Kalkutta und die Taxifahrt zur Sudderstreet, das Leben bei einer bengalischen Familie und das Suchen und Finden des Gurus sowie der tägliche Kampf mit der Sitar.

Die TransAsien Episoden

Die Klangkulissen der Straßen, Menschen und der Stadtathmosphäre sowie die Töne vom Sitarunterricht wurden zwischen 2007 und 2009 während Warzechas Kalkutta-Aufenthaltes mitgeschnitten. Kurz darauf entstand die erste Version des Hörtagebuchs. 2011 und 2012 wurde das Konzept nochmals überarbeitet und neu produziert.

…dann wirst du vielleicht Erleuchtung finden.“

In dieser neuen Fassung gibt es als Bonus-Material das Hörspiel Die TransAsien Episoden, ein inszeniertes Hörspiel, für das Warzecha die Schauspieler Peter Weis und Christiane Marx gewinnen konnte. Das Feature ist mit vielen authentischen Eigen-Erlebnissen des Autors versehen und kann als „grotesker Reiseführer“, der dem Zuhörer Kalkutta auf hörspielerische Weise näher bringen will, betrachtet werden.

Aleksander Roman Warzecha

Aleksander Roman Warzecha, 1977 in Polen geboren und in Wuppertal aufgewachsen, spielte schon mit 13 Jahren Theater. Er studierte Amerikanistik, Musikpädagogik und Kommunikationsdesign. Seit der Rückkehr von seiner zweijährigen Asienreise mit 17-monatigem Kalkutta-Aufenthalt arbeitet Warzecha freiberuflich in Wuppertal als Deutschlehrer, Schauspieler, Sprechtrainer und Hörspielmacher. Website: www.sprecher-hoerspielmacher.de

Shrutis in der Stadt der Freude ist derzeit nur über den Eigenvertrieb des Autors erhältlich, soll demnächst aber auch via Amazon erwerbbar sein.

Inszenierte Lesung
Live hören kann man Aleksander Roman Warzecha in Kürze auch: In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Indischen Gesellschaft liest er aus seinem HörTagebuch und verbindet es mit atmosphärischen Klangkulissen und einer Live Sitar Performance. Der erste Termin findet am 28. April 2012 im Kölner Freiraum statt; es folgen Essen (13.05.), Bonn, Wuppertal und weitere Orte.

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